Wo Kunst und Technik sich begegnen

Februar 2017

Volker Witteczek kommt aus Sottrum und er liebt seine Heimat. Aber nicht nur die, sondern er liebt auch und das Meer und den Norden. Seine Bilder zeugen von beidem: kolossale Gemälde der Ortschaften in Holle und atemberaubende Eindrücke von der Weite und Klarheit des Meeres. Das ist Volker Witteczek, der im März im Derneburger Glashaus seine Bilder zeigt.

Volker Witteczek malt realistisch, mal in Aquarell, dann wieder in Öl oder Acryl. Sein Aquarelle zeugen von genauer Beobachtung, nicht nur der Strukturen sondern auch der Farben und der Stimmungen. Ein unendlicher Reichtum an Blautönen durchziehen Meer und Himmel und der Aquarell-Pinsel zieht locker aber dennoch mit genauer Beobachtung durch das Bild. Unter vielen seiner Meerbilder hängen von Schiffsmotiven überlagerte nautische und geografische Informationen. Ein Hinweis darauf, dass es dem Maler und Segler Volker Witteczek um die Verbindung von Kunst und Technik geht.

Die Faszination an der Technik ist bei den großen Gemälden deutlich zu erkennen. Volker Witteczek konstruiert seine stark an der Realität orientierten Bilder auf vielen verschiedenen Ebenen, die er vermischt, um mehr Schichten der Wirklichkeit auf ein Bild zu bringen. Vom Schloss Henneckenrode ist die bekannte Frontansicht im Innenhof mit Kirche, Gutshof und der runden Zufahrt naturgetreu abgebildet. Auf einer zweiten Ebene durchzieht die Außenmauer der Einfahrt das Bild. Die untere Hälfte der Mauer überlagert das Bild, geht dann aber über in feinste Konstruktionsstriche eines Rapidografen, die die architektonischen Umrisse des Rundbogeneingangs nachziehen. Im Himmel schweben die gemalten Wappen der früheren Besitzer des Schlosses. Man steht also sowohl vor als auch hinter der Mauer und sieht zwei sich überlagernde Bilder gleichzeitig.

Bei den großen Ansichten von Holle und Sottrum setzt Volker Witteczek die verschiedenen Ebenen nicht übereinander sondern nebeneinander. Weniger als Collage, sondern vielmehr als ineinander übergehende Motive, die ein Ganzes bilden. Hier steht das Hexenhaus des Freizeitparkes direkt über der St. Andreas Kirche, der Wohldenberg ist gleich zweimal vertreten, als kleiner Turm im Hintergrund der blauen Berge und als große Burg direkt über dem Dorf. Die alte Ziegelei ist mit zwei großen Schornsteinen auch mit dabei. Die Geschichte, die Sottrum lange geprägt hat, fließt als realistisches Detail mit in das Bild ein, obwohl sie längst verschwunden ist.

Über die Gemeinde Holle hat Volker Witteczek sogar ein Triptychon gemalt. Die Ortschaft Holle als Mittelpunkt mit dem Rathaus, der Schule, dem Bahnhof, Straßen, Gebäuden und den erfolgreichen Judokas. Links und rechts die Sehenswürdigkeiten: Schlösser und Burgen und Kirchen zeigen auf einen Blick die Vielfalt der Holler Kultur und Geschichte. So viele Informationen sind selten auf einem Bild zugleich zusammen gekommen.

Viel sparsamer sind dagegen die maritimen Motive des Malers. Die Ausflüge auf das Meer und in die Weite führen zu Bildern, die Klarheit, Ruhe und Größe ausstrahlen. Der Himmel explodiert zu Offenbarungen und das Wasser ist unendlicher Quell von Bewegung und Veränderung. Nach einem langen Segeltörn mag es Volker Witteczek gehen wie nach einem Tag voller Malerei. Er setzt sich auf das Achterdeck seines Bootes, zwei gefüllte Teller und Gläser korrespondieren mit 2 geankerten Segelbooten und der Blick geht auf glitzerndes Wasser, vom Mond beschienene weiße Wolken und eine Landschaft die im Dunkel versinkt. So schön kann das Leben sein. Und die Malerei.

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