Sehnsucht nach Erlösung

Mai 2001

Sakral, ehrfurchtsvoll und still – ein selbstständiger Kosmos empfängt den Besucher der neuen Ausstellung im Glashaus. Michael Schwach zeigt Bilder wie aus dem alten Ägypten, ist aber ein ganz diesseitiger Künstler aus Hannover, der sich der Schönheit und dem Jenseits verpflichtet hat.

Die Arbeiten von Michael Schwach sind ästhetische Kostbarkeiten, die eine Heiligkeit ausstrahlen. Die Bilder leuchten in tiefem Blau, purpurnem Rot und glänzendem Gold. Die Menschen auf ihnen sind zu Figuren und Silhouetten stilisiert, sie haben die Augen geschlossen, ihr Blick ist in ein anderes Reich gerichtet. Sie werden von Tieren umrahmt und bewacht, Katzen und Fabelwesen, Wächter und Begleiter. Die Symbolik von Michael Schwach entstammt in vielen Bereichen dem ägyptischen Totenkult und erinnert an den Übergang in ein phantastisches, reiches Land, jenseits der menschlichen Vorstellungskraft. Ein wiederkehrendes Motiv von Michael Schwach ist der „Schalenträger“, der auf seinem Kopf ein überdimensionales Gefäß trägt. Doch ist die Schale keine Last, vielmehr Ausdruck der Existenz von höheren Welten, denen sich die Figuren mit traumwandlerischer Sicherheit hingeben. Es fehlt auch nicht das Schiff zur Überfahrt in das Reich der Toten. Einmal als Barke, getragen von einer Figur, die von zwei sitzenden Katzen und zwei goldenen Vögeln umrahmt wird („Barkenträger“). Dann gibt es das „Sternenschiff“ als Objekt, ein großes, leeres und geheimnisvolles Gefäß in tiefem Blau mit goldenen Punkten.

Michael Schwach ist ein Maler, der seine Kunst zelebriert. In jedem seiner Kostbarkeiten ist ein tiefes Gefühl verborgen, das auf den Betrachter überspringt. Aus seinen Arbeiten strömt die Schönheit der Ruhe und die Sicherheit einer höheren Ordnung. Die Bilder lassen das Alltägliche weit hinter sich und sind Ausdruck der Sehnsucht nach Erlösung, ohne sie jedoch zu benennen. Die Menschen fühlen sich mit einer höheren Macht verbunden und schöpfen daraus Ruhe und eine heitere Gelassenheit. So wie der „Zauberer“ mit dem riesigen gold gepunktetem Hut oder die liegende Frau, die von einem Vogel mit Krone beschützt wird. Oder die „Wachsamen Wesen“, eine männliche Figur, die eine große Katze an ihren Körper zieht. Während der Mann nach innen schaut, fixiert das Tier den Betrachter: freundlich, wachsam und zum Sprung bereit.

Die Ausstellung von Michael Schwach ist voller Bildgeschichten zum Genießen und Träumen.

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