Marie Luise Weber
Marie Luise Weber

Die Königin der Farbe

März 2011

Ein erster Blick in die Ausstellung „Spuren“ von Marie-Luise Weber aus Holle genügt um zu erkennen, hier regiert die Farbe. Der Blick des Betrachters wird nicht von Gesichtern, Figuren oder Landschaften abgelenkt. Auch nicht von abstrakten Spielereien mit Formen. Die Farbe allein dominiert, abgesehen von ein paar Anklängen an Naturformen, die sie durchdringen.

Marie-Luise Weber ist ausgebildete Textildesignerin und daraus mag ihre Liebe zur Fläche und Struktur erwachsen sein. Wenn Sie Gegenstände in ihr Bild einbaut, dann sind sie mosaikförmig ineinander verwoben, wie die bunten Giraffen vor einer kreisrunden Sonne oder der Fischschwarm im tiefen Meer. Auf diesen Bildern durchdringen sich die Flächen und Farben und ergeben wie der Stoff eine unlösbare Einheit.

Auf einem Bild ist ein Drahtgeflecht mit in das Bild eingebaut. Diese reale Struktur konkurriert mit der gemalten Struktur von Holzflächen, die rechts und links neben der Collage hängen. Wirklichkeit und Kunst gehen in diesen Bildern ineinander über. Gemalter Draht und echtes Holz oder echter Draht und gemaltes Holz? Die Antwort liegt allein im Auge des Betrachters und nicht außerhalb von ihm.

Die meisten Bilder sind in einem Grundton gehalten. Da hängen die orange-rot strahlenden Gemälde zusammen, daneben reihen sich die blau-grünen Impressionen auf. Auf diesen intensiv leuchtenden Hintergründen malt Marie-Luise Weber organische Strukturen: Spuren von Zweigen, Blättern, Netzen, Kreisen und Spiralen. Sie malt nicht die Gegenstände selbst, sondern ihre Abdrücke auf der Leinwand.

„Spuren sind das was bleibt“, sagt Marie-Luise Weber, die in ihrem Leben schon viel gesehen und viel gemalt hat. Ihre Erfahrungen gibt die Künstlerin an die Schüler ihrer Malschule in Grasdorf weiter. Es sind Erfahrungen von intensiven Bilderlebnissen, der Schönheit und der Dominanz der Farbe und der Freude, diese Erlebnisse auf die Leinwand zu bannen.

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