Handwerkliche Kostbarkeiten im Glashaus
November 1999
Kunsthandwerk im Glashaus – unter diesem Motto steht die Novemberausstellung, zu der Hartmut Reckow, Schmuckgestalter von Beruf, jedes Jahr nach Derneburg einlädt. Zusammen mit stets wechselnden Gästen findet diese Ausstellung inzwischen zum 10. Mal statt – Grund für eine umfassende Präsentation aus 10 Jahren Schmuckgestaltung.
Hartmut Reckow liebt vor allem die Kombination aus Gold und Silber. Seine Ringe, Ketten und Broschen folgen einer natürlichen Formgebung und strahlen schlichte Eleganz aus. In dieser Tradition bleibt sich Hartmut Reckow über die Jahre treu, auch wenn er mit verschiedenen Materialien und Techniken experimentiert. Dabei steht auch der Tragekomfort im Zentrum seiner Gestaltungen. Große Ringe, sogenannte Handschmeichler, fügen sich der Handform an, eine angenehme Schwere ist ebenso Merkmal vieler seiner Produktionen wie eine filigrane Oberflächengestaltung. Jedes Schmuckstück, so betont Hartmut Reckow, ist die handwerkliche Umsetzung eines eigenen Entwurfes. Viele seiner Arbeiten sind Unikate, andere werden in Kleinserien hergestellt, die sich auf Grund der handwerklichen Arbeit in Feinheiten unterscheiden.
Der in Hackenstedt bei Holle lebende Künstler ist mit seinem Schmuck auf nationalen und internationalen Messen vertreten. Als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Kunsthandwerk und Design, Hildesheim, kümmert sich Hartmut Reckow intensiv um die Belange seines Berufstandes und seiner Kollegen. Auch deshalb kommt die Kunsthandwerkerausstellung im Glashaus niemals ohne Gäste daher. In diesem Jahr sind das Susanne Anemüller mit Wohnobjekten aus Stahl, Anne Wenzel mit Arbeiten aus Matt-Glas und Anja Kracht mit Keramik und Malerei. Wie in den vergangenen Jahren auch zeugen die Arbeiten der Gäste von einem hohen Stand der kunsthandwerklichen Produktion. Susanne Anemüller aus Holland, mit einer Ausbildung zur Schlosserin und dem Kunststudium and der HBK Braunschweig, stellt Wohnobjekte her, die sie aus recyceltem Stahl zusammenschweißt. Schaufeln, Mistgabeln und Sägeblätter bilden die Grundlage von Regalen, Schränken und Lampen. Mit einer herben und lustvollen Poesie verwandelt Susanne Anemüller bekannte Gegenstände in lebendig wirkende Kunstobjekte.
Anne Wenzel aus Flensburg besitzt eine gehörige Portion Humor. Auf ihren Gläsern und Glasobjekten finden sich feinste Gravuren von Menschen, Satyren und Geistern. Da tanzt eine kleine Teufelsgestalt auf dem Weinglas und wilde Autofahrer sitzen in einem Fahrzeug aus Glas. Anne Wenzel beherrscht die Kunst des matten Glases, ihre Schalen und Objekte sind schlicht und von geheimnisvoller Schönheit. Anja Kracht schließlich zeigt in der Ausstellung Keramik und Malerei. Beide Arbeitsweisen bezeugen ihr Interesse an archaischen Formen und erdbezogenen Farben. Ihre Objekte sind fast immer figürlich. Stilisierte Körper werden zu Schreinen, Vasen zu beseelten Objekten, die auch Blumen aufnehmen können, sich in ihrer Schönheit auch selbst genügen.


