Von Häusern, Lebenslinien und zartem Humor
Oktober 2013
Wenn die Mutter mit der Tochter und der Freundin zusammenkommt, dann kann daraus eine gemeinsame Ausstellung entstehen. So wie im Oktober im Derneburger Glashaus. Dort zeigen Barbara Gendolla aus Braunschweig, Anne-Katrin Gendolla aus Schellerten und Monika Knepper aus Aachen eine gemeinsame Bilderausstellung.
Ein immer wieder kehrendes Thema in der Malerei von Barbara Gendolla ist das Haus. Ein einfaches Haus, ein Symbol aus einem Quadrat und einem Dreieck als farbige Fläche. Das Haus als Heimat, als Ort der Zuflucht oder als Wesen in dieser Welt kann ganz unterschiedlich aussehen und wirken. Auf den großformatigen Bildern ist die Fläche durch eine gerade Linie in Himmel und Erde geteilt und darauf steht das Haus. Die Bilder sind in schweren rot-schwarzen Tönen gehalten. Das eine Mal ist der Untergrund tief und unergründlich, die Erde spendet Kraft und der Himmel ist hell und weit. Das andere Mal durchziehen Flammen die Flächen, sie durchdringen das Haus und seine Umgebung – weniger als zerstörerische Kraft sondern mehr als wachsende Bäume. Ein anderes Bild zeigt einen brodelnden Untergrund, das Haus steht oben in der Nacht und Traumblasen steigen nach oben ins Dunkle. Barbara Gendolla zeigt ihre Serie der Häuser nicht als Ort der Bedrohung, sondern als Orte des Rückzugs, lebendige Orte, die selbständig bleiben und sich doch mit ihrer Umgebung vereinen.
Die Bilder von Monika Knepper leben von einer unglaublich feinen und vielschichtigen Struktur. Durch das Aufbringen von zerknittertem Papier erzielt die Malerin eine Wirkung, die mit dem Pinsel so nicht zu erreichen ist. Die leicht erhabenen Strukturen verlaufen sich in feinste Linien, die pure Lebendigkeit ausstrahlen, wie die Lebenslinien auf alter Haut oder die feinen Verästelungen auf Blättern. Diese Fläche ist von einer Farbigkeit erfüllt, die Wärme und Kraft ausstrahlt. Farbschichten durchdringen und überlagern sich und ergeben ein feingliedriges Ganzes. Auf den Bildern von Monika Knepper wird alles von allem durchdrungen und alles kommt an die Oberfläche. Das was an die Oberfläche gelangt, ist aber nicht die dunkle Kraft aus den Bildern ihrer Freundin Barbara Gendolla, sondern vielmehr die Schönheit des Geistigen, das diese Welt durchdringt und lebendig macht.
Die dritte im Bunde ist Anne-Katrin Gendolla. Ihre Bilder leben von der Einfachheit der Stilisierung. Die Gegenstände, ein Baum, eine Modepuppe, ein Pferd oder eine Gruppe Menschen stehen allein in reduzierter Umgebung und stellen mehr Fragen als sie Antworten geben. Die Zeichnungen von Anne-Katrin Gendolla sind voller zarter Vorsicht und zurückhaltendem Humor. Da schreit eine nackte Frau mit weit geöffnetem Mund und wirft Blätter um sich oder der Himmel öffnet sich und bietet Schutz, den Frau sich immer gewünscht hat. Ein rotes Pferd in fließender Landschaft wird zum Symbol von Zuversicht und Vertrauen.




