Das heilige Pferd und die Faszination des Vergänglichen
November 2013
Bewegte Malerei für die Sinne, Objekte für die Vergänglichkeit, edle Schalen für den Alltag und blendender Schmuck für die Liebste: Bettina Schneider, Eva Harenberg-Ullrich, Jamshid Badrnejad und Pavle Kovacevic laden zu einer kurzweiligen und vielfältigen Ausstellung in das Derneburger Glashaus ein.
Bettina Schneider liebt die Pferde. Und die Malerei. In ihren Bildern überträgt sie die Faszination Pferd auf die zweidimensionale Leinwand. Die großen Bilder in tiefen Farbtönen bringen die Kraft und Eleganz der Pferde auf den malerischen Punkt: aus Pferd und Farbe entsteht ein Gebilde aus Gefühl, Leidenschaft und Erotik. Das Pferd wird auf den Bildern von Bettina Scheider mystisch erhöht, die stolze Mähne ist von einem Goldkranz überstrahlt und kein Mensch stört diese göttliche Harmonie. Welcher Reiter will diesem Wesen seinen Sattel aufzwängen? Vielmehr als die Beherrschung und Bändigung der wilden Kraft geht es in den Bildern von Bettina Schneider um das Einfühlen in die Schönheit der Bewegung und den Genuss der Sinnlichkeit.
Die Arbeiten von Eva Harenberg-Ullrich kommen monochrom und morbide daher. Die Künstlerin liebt die Sinnlichkeit im Verfall. Ihre Objekte sind wie archäologische Funde einbalsamierter Körper, die von vergangenen Zeiten erzählen. Mit Vorliebe arbeitet Eva Harenberg-Ullrich mit Gaze und Metall, die sie zusammen verwittern lässt. Sie bearbeitet nicht das Material, sondern lässt es arbeiten um es dann zu arrangieren. Die Kästen aus Stoff- und Papierstücken wirken wie leere Kokons aus denen das Leben entschlüpft ist. Das Thema um das es letztendlich geht, ist der Tod, allerdings weder als helles Licht oder schwarze Tiefe, sondern als bleibende Spur, als die Schönheit der Verwandlung und die Faszination des Zerbrechlichen.
Jamshid Badrnejad ist ein Kunsthandwerker alter Tradition, der die Einfachheit und Perfektion liebt. Er drechselt Holz zu Schalen. Nicht mehr und nicht weniger. Die Formen seiner Schalen sind zeitlos elegant, in keiner Weise aufdringlich sondern zurückhaltend und dienend. Jamshid Badrnejad lässt das Holz sprechen und aus einem Stück entsteht dann ein Objekt, das in seiner Schlichtheit mehr als ein Gebrauchsgegenstand darstellt. Die fertige Schale ist eine Hommage an die reine Form und den Stoff aus dem sie besteht. Der tägliche Umgang damit sensibilisiert für den Geist, der allen Dingen innewohnt und weit über das Alltägliche hinausgeht.
Pavle Kovacevic ist Metalldesigner und sein Gebiet ist der Schmuck, den er nun schon seit mehr als 30 Jahren herstellt. In dieser Ausstellung zeigt er einen Überblick über 30 Jahre Gestaltung. Schon früh konzentrierte sich Pavle Kovacevic auf seine bevorzugten Materialen: die Kombination von Silber und Email aus denen er Ringe, Ketten, Ohrstecker, Broschen und Armreifen entwickelt. Die Formensprache von Pavle Kovacevic entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einer Mischung aus edler Zurückhaltung und verspielter Freude. Seine Objekte sind ornamental und kostbar, streng und leuchtend. Er formt Ringe wie Schlangen, Broschen werden zu strahlenden Engeln, Ohrringe zu glitzernden Häusern oder bunten Fenstern, Ketten formen sich zu endlosen Wiederholungen von Ornamenten. In dem Schmuck von Pavle Kovacevic gelingt die perfekte Balance aus formaler Strenge und spielerischer Leichtigkeit.



