Aphrodite ist zum Mensch geworden
Juli 2011
Die Liebe hat die Menschen schon immer bewegt. Bei den Griechen war es die Göttin Aphrodite, bei den Römern hieß sie Venus und heute? Auf diese Frage gibt die Künstlergruppe Holler Art im Juli eine Antwort im Derneburger Glashaus mit ihrer Ausstellung „Aphrodite – Belle de jour“.
Die 7 Künstler der Holler Gruppe huldigen der Aphrodite auf ganz unterschiedliche Art: Kristin König-Salbreiter zeigt ein Bild zu einem Gedicht: ein großes silbernes Ei aus Alufolie vor einem türkisenen Meer mit blauem Himmel und lachenden Fischen. Die Malerin geht heiter, satirisch und fröhlich mit dem Thema der Liebegöttin um. Aphrodite als silbernes Ei mit dem alles begann..
Dominique Lambert, das merkt man nicht nur am Namen sondern auch in ihren Bildern, interpretiert die französische Form der Aphrodite. Zum einen als Femme Fatale, einer dunkelhaarigen Schönheit mit nacktem Oberkörper. Die eine nur in Jeans und schönem Rücken, die andere in einer offenen Pelzstola mit entblößter Brust und aufgeklebtem Haarnetz. Charme und kühle Eleganz spricht aus diesen Bildern. Auf anderen Gemälden zeigt Dominique Lambert farbige Portraits von weißen und schwarzen Frauen, die durch ihre kontrastreiche Farbgestaltung und ihren radikalen Ausschnitt auffallen. Aphrodite als Göttin in jeder Frau aus allen Kontinenten.
Elke Braukmüller zeigt Bilder in türkisblauer Atmosphäre und dekorativ-malerischem Hintergrund. Sie orientiert sich an dem berühmtesten Bild der Aphrodite: „Geburt der Venus“ von Botticelli und zeigt eine aufrechte Frauengestalt, die sich aus dem Quell des Lebens, dem Wasser erhebt. Ihre Gestalt ist mit der Umgebung verbunden und eins, sie ist nicht von dieser Welt, sondern tritt dem Betrachter zart, erotisch und elfenhaft entgegen. Aphrodite als märchenhafte Wasserelfe.
Andrea Alberts Bilder bestechen durch eine dunkle und kräftige Farbgebung. Sie malt eine griechische Aphrodite in flächigem Halbportrait vor blau-schwarzem Ornament oder einen weißen Frauenkörper mit prallen Formen vor einem dunkel-blühenden Hintergrund. Aphrodite als kraftvolle Frau mitten im Leben.
Heike Dizinger zeigt eine Serie von 8 Feder-Tusche Zeichnungen. Ihre Karikaturen sind fröhliche, humorvolle und liebevolle Alltagsbetrachtungen der Frau von heute und ihren Themen: Frau beim Wellness und Entspannen, Frau mit Hund oder Huhn, Frau beim Puten, mit den Nachbarn, als Träumende und mit Frauenpower. Heike Dizinger zeichnet mit spitzer Feder, leichtem Strich und voll ironischer Selbstbetrachtung. Aphrodite als fröhliches Lachen über sich selbst.
Gino Pinto stellt eine Frauenfigur aus Metallgegenständen aus: Lange Beine als Zange und Brüste aus goldenen Klingelknöpfen. Viel Weiblichkeit in hartem Metall und banale Alltagsgegenstände bekommen eine neue Bedeutung. Aphrodite als Verwandlungskünstlerin.
Bei Manfred-Rüdiger Stenzel ist Aphrodite zum ersten Mal nicht allein. Er malt zwei sich umarmende Figuren vor einer hell leuchtenden Sonne in einer roten Traumlandschaft. Aphrodite als Paar.
War Aphrodite früher nur die Göttin der Liebe so ist sie für die Künstlergruppe „Holler Art“ eine Göttin für viele Gelegenheiten: Aphrodite ist zum Mensch geworden.




