Elmars Welt – eine Welt voller starker Gefühle

April 2003

Eine Frau und ein Mann, geformt aus dicken schwarzen Pinselstrichen mit auffallend weißer Haut, bilden das Eingangspaar, zwischen dem der Besucher hindurch schreiten muss. Sie sind die Protagonisten der Ausstellung „Im Brennpunkt“, die Elmar Busche aus Hildesheim im Derneburger Glashaus zeigt. Beide Figuren wirken mit ihren großen schwarzen Augen sehr nachdenklich. Sie sind aus ihren alltäglichen Kämpfen ausgestiegen und vor ihrem inneren Auge zieht die ganze Bilderwelt vorbei, die der Besucher im Glashaus bestaunen kann. Eine Welt voll Fröhlichkeit als auch Grausamkeit, Trauer und Freude.

In dieser Welt gibt es Szenen voller Sicherheit und Geborgenheit. Der „Junge mit Gitarre und Hund“ zum Beispiel bildet mit geschwungenen Linien und einer gelb-roten Farbharmonie eine lebendige Einheit mit dem Tier und der Musik. Seine Augen sind verschlossen, er lauscht der Musik und der Hund hat die großen Augen wachsam auf den Betrachter gerichtet. Es gibt Künstler, die bei dieser schönen Idylle stehen bleiben und immer wieder die Sehnsucht nach Schönheit und Geborgenheit festhalten wollen. Nicht so Elmar Busche. Seine Welt besteht nicht aus Harmonie allein, sondern auch aus Angst und Bedrohung.

Bedrohlich wirkt das Bild „Im Traum beschützt“, auf dem eine Frau mit geschlossenen Augen zwischen einer großen Schar von Hunden steht. Die Hunde sind ein lebendiger Schutzwall und schirmen die Frau nach außen ab. Die Bedrohung bleibt unsichtbar und spielt sich im Innern der Frau ab – nach außen getragen durch die kalten weiß-blauen Farbtöne des Bildes. Es gibt in „Elmars Welt“ aber auch ganz groteske Szenen. Da steckt ein schwarz gekleideter Mann einer nackten Frau mit gefletschten Zähnen Geldscheine in den Hintern. Der Zeuge im Hintergrund verdeckt wie die berühmten Affen Augen und Mund mit seinen Händen. Im Angesicht zweier nackter Kinder spielt sich hier ein Drama ab, dem alle Beteiligten hilflos ausgeliefert sind.

Diese und noch mehr Gefühls- und Bilderwelten ziehen an dem schwarzen Paar im Eingang vorbei. Es sind die ereignisreichen Facetten ihres eigenen Lebens. In einem Moment der Stille schauen sie, genau wie der Besucher der Ausstellung, ihrem Leben zu. Ein Leben voller starker Gefühle, Widersprüche und glücklicher Momente.