Lachen um des Lachens willen

April 2017

Ilona Nolte aus Berkatal malt gerne Menschen, die lachen. Die Ausstellung „Lebenslust“ im Glashaus zeigt vornehmlich Ältere, die sich in lächerlichen Situationen befinden und sich dabei herzzerreißend amüsieren. Sie sitzen vor einem Tortenstück, gemeinsam auf einer Bank, haben Schwimmringe um den Bauch und machen Aerobic. Frei nach dem Motto: „Je oller, desto doller“. Es gibt genug Widrigkeiten im Leben, also lass uns fröhlich sein.

Ein Besuch der Ausstellung ist wie ein Kurs in Lach-Yoga. Lachen, um der Wirkung willen. Lachend malen, um sich mit positiver Energie zu füllen. Und so ist das Glashaus voller bunter Leute, die von den Wänden schmunzeln und kreischen.

Festgehaltene Freudenströme, das weiß man von Fotos, sehen beim genauen Hinsehen etwas grotesk aus. Die Gesichtszüge verzerren sich, der Körper verrenkt sich und die Augen werden zu kleinen Schlitzen. Das Komische am Komischen ist, dass es komisch aussieht. Und so vermittelt sich durch die vielen Bilder, die Menschen in eigenartigen Posten zeigen, ein Moment der Entrücktheit, ja der Verrücktheit. Verrückt aus dem alltäglichen Sein des Sinns und der Sorgen, der Ernsthaftigkeit und Strenge. Und das tut gut. Lach-Yoga eben. Eindeutig freudig ohne Zwischentöne. Lachen über die Situation und über sich selbst. Lachen ohne Hintergedanken. Verdrängung? Das lachen wir weg.

Die Ausstellung „Lebenslust“ von Ilona Nolte ist bunt und grell. Genau beobachtete Pinselstriche lassen keinen Zweifel, worum es geht. Die Farben sind fröhlich und schrecken vor keiner Peinlichkeit zurück. Während die Besucher im Glashaus ihren Kuchen essen, amüsieren sich die Bilder über ihren Köpfen, bis die Tränen kommen. Guten Appetit!

 

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