Barbara Meyer-Adam
November 2001
Die Malerei ist die Öffnung der Innenwelten nach außen. Erlebnisse, Gefühle und Eindrücke werden auf die Leinwand gebracht und zur Schau gestellt. Der Künstler hängt ein Teil seines Selbst an die Wände. So auch in dieser Ausstellung von Barbara Meyer-Adam.
Barbary Meyer-Adam zeigt uns bildgewordene Gefühle und Erlebnisse aus ihrem Leben. Dabei konzentriert sie sich auf tiefe Erfahrungen und Erkenntnisse und das Schöne im Leben. Für das Schöne im Leben stehen die Blumenbilder, farbenprächtige Ansichten einer heilen und heilenden Natur. Sie malt Sonnenblumen, Blaue Tulpen, und Islandmohn. Hier bestimmen Farben die Stimmung: leuchtendes Rot, Orange und Gelb vor tiefem Grün und Blau.
Die anderen Arbeiten haben häufig etwas von der naiven Malerei eines Henri Rousseau. Da trägt ein großer blauer Elefant eine gesichtslose nackte Frau auf seinem Rücken. Adam und Eva liegen inmitten eines Blumen- und Lichtmeeres lang hingestreckt, ein Symbol der Einheit, des Miteinanders und des Friedens. Aus diesen Bildern spricht eine angenehme Einfachheit, eine Idylle und Sehnsucht. Die Figuren bewegen sich darauf wie in einem Traum – losgelöst von den alltäglichen Sorgen und Beschwerden.
Andere Bilder zeigen eine Form des phantastischen Realismus. In diesen Bildern durchbricht Barbara Meyer-Adam die realistische Darstellung, um Erkenntnisse und Gefühle in das Bild zu setzen. In dem Bild „Die Schöpfung – Luft“ schwebt eine große, runde Kugel, zerbrechlich wie eine Seifenblase, über den spitzen Flammen eines lodernden Feuers. Dahinter eine Meereslandschaft mit einem weiten Himmel. Ein fast symbolisches Bild über die Kraft der vier Elemente: Erde, Feuer, Wasser und Luft. Bei einem anderen Bild „Paul“ wächst aus einem Regenbogen ein bunt-brennender Drachen hervor, der von einer kleinen Person am Strand an Schnüren gehalten wird. Der Drachen sprengt in seiner Größe und Kraft fast das Bild, in seinem Innern befindet das Abbild Portrait eines Mannes, friedlich und ruhend.
Ein anderes Bild zeigt eine Frau, die zur Hälfte von einem Mantel bedeckt wird. Bei genauerer Betrachtung entpuppt sich der Mantel als die Fortsetzung der Landschaft, die von einer großen Pflanze mit einer mondähnlichen Frucht bestimmt wird. Durch den Bildtitel „Loslassen“ wird klar, dass es um Abschied geht. Die Frau hat der dunklen Landschaft den Rücken zugekehrt und kommt auf den Betrachter zu. Wenn Sie die Landschaft, vielleicht ihr Zuhause verlässt, dann muss sie den Mantel loslassen – und steht ganz nackt dar.



